Stressfaktor Stadt - Raus in die Natur

Viele Menschen in Deutschland kennen es nicht anders: Lärm und Stress begleiten uns auf dem Weg zur Arbeit, zwischen den Regalen im Supermarkt, im Restaurant und in den Geschäften.
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt und arbeitet in Städten. Wir kämpfen täglich um Zentimeter in der U-Bahn, drehen uns weg, sobald ein Krankenwagen mit Sirene an uns vorbei rast. Das nennt man Stressfaktor Stadt. Wie du diese unvermeidbare Belastung ausgleichst, erfährst du hier.


Eine Stadt bietet viele Vorteile. Lebensmittelmärkte sind fußläufig zu erreichen. Kulturbetriebe wie Theater, Kinos, Museen und Stadien nur wenige Stationen weit entfernt. Dieses Überangebot kann neben der äußeren Lärm- und Stressbelastung zusätzlich für innere Anspannung sorgen. Allein die Frage: „Was esse ich heute abend?“ Kann für immensen inneren Stress sorgen. Thai? Halloumi? Chinesisch? Eine einfache Frage wird zur philosophischen Grundsatzdiskussion mit der inneren Bedürfnispyramide.

Das tägliche Spiel

Menschen die in einer Großstadt leben, müssen aber weit mehr ertragen.
Wenn sie das Haus am Morgen verlassen, betreten sie eine geschäftige Welt mit wuseligem Uhrwerk. Je früher der Morgen, umso zielgerichteter der Gang. Die Fahrt mit dem Auto oder der Bahn wird unserem Energielevel nicht gerecht. Wir sind müde, haben im Mundwinkel noch Zahnpaste und auf der linken Wange zeichnet sich als roter Streifen das Kissen ab. Hupende Autos, Fahrradfahrer, Menschen die sich in die S-Bahn quetschen. Wo ist mein Ticket? Ein leichter Rempler und heißer Kaffee schwappt auf die Hose.
Es wird gedrängelt und oftmals bekommt man keinen Sitzplatz. Das Buch, welches man zum Lesen dabei hat, besteht aus verschwommenen Buchstaben und dient folglich nur als Becherhalter. Auf dem Weg zur Arbeit in Ruhe lesen – ob in Papierform oder auf dem Tablet – ist undenkbar.

„Guuuuuteeen Moooorgeeen“, schnarrt die immer gleiche Stimme über den Flur. Jeden Morgen. Jeden Abend. Jeden verdammten Tag. Willkommen im Ökosystem Großraumbüro. Privatsphäre – Fehlanzeige. Ausruhen kann man sich zu Hause. Selbst wer in der Mittagspause das Gebäude verlässt und sich am Imbiss statt in der Kantine ein Essen holt, wird wieder mit altbekannten Stressfaktoren konfrontiert. Man ahnt es irgendwie schon vorher. Doch diese Entscheidungen… Die Ampel springt kurz zuvor auf Rot, der Verkehr ist laut und stickig. Schnell was auf die Hand und in den Magen und… uff… der gepolsterte Freund namens Stuhl. 

Auf dem Weg zurück nach Hause das gleiche Spiel. „Tschüüüsschen“, Tür zu, S-Bahn, Fleck auf dem Hemd, schnell noch einkaufen, nur 10 Leute in der Schlange, der Partner ruft an, die Kinder haben Hunger, heute Abend war noch Kino angesagt. Der Puls auf 120.

Der Stressfaktor Stadt kann psychisch krank machen.

Um diese Art von Belastung wissen sogar viele Menschen, die in Städten wohnen. Mal mehr, mal weniger drückt sie von allen Seiten. Sie wissen sogar was dagegen zu tun ist. Eine Runde Sport. 10min Yoga. Raus in den Park. Oder doch lieber noch mit Freunden in die Bar? Die meisten setzen es nicht in die Tat um. Dabei würde sich das Wochenende ideal anbieten, um dem Stressfaktor Stadt zu entfliehen. Der Weg kann dabei ins nahe Umland führen. „Stadtstress“ ist keine Einbildung. Diese Form von Stress ist ernst zu nehmen.

Und jetzt noch am Stadtleben beteiligen?

Ein Großteil der Menschen, die in der Stadt wohnen und arbeiten, würden mehr am sozialen Leben teilnehmen oder sich engagieren. Oft steht jedoch der beschriebene Stressfaktor Stadt im Weg. Denn egal wohin man geht, die Belastung wird durch die neuerliche Tätigkeit nicht weniger, abgebaut oder verarbeitet. Klar schafft das Zusammensein mit Freunden und der Familie Erholung und Entspannung, doch reicht der Sozialfaktor nicht aus, wenn am nächsten Morgen das Rad von vorne beginnt zu drehen.

Wer an diesem Punkt erkennt, dass es Zeit wird etwas zu unternehmen, sollte nach einem Ort suchen, an dem er Entschleunigung findet. Ein solcher Ort kann anfänglich der Stadtpark sein oder der Garten. Es ist ein Anfang. Ob man wirklich richtig steht, sieht man wenn … das Pfeifen in den Ohren lauter und deutlich zu hören ist als in der Stadt.

Fahrt ins Grüne

Dank der optimalen Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel an das nahe Umland, ist es möglich, ganz ohne Auto ins „Grüne“ zu gelangen. Vor den Türen der großen Städte gibt es in der Regel viele Ausflugsziele, die auf diese Weise zu erreichen sind. Sei es ein See, blumige Wiesen oder Haine aus Birken und Eichen, die zum Picknicken, Wandern oder Radfahren einladen. Stadtbewohner sind im Umland stets willkommen. Stellen sie doch einen sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor und kulturellen Ausgleich für die kleinen Läden und Cafés im Umland dar. Viele Mikroventure beinhalten  Übernachtungen in kleinen Hotels oder Pensionen. Auf diese Weise ist es möglich, dass ganze Familien vor den Toren der Stadt neue Kraft tanken können. 

Die frische Luft, die wenigen Menschen, die Natur, kein Handyempfang. Alle Elemente zusammen sorgen dafür, dass die gestresste Seele und der ausgezehrte Leib vom täglichen Kampf um Anerkennung oder vorgewärmte Sitzplätze, regenerieren.

Doch ein kleines Problem könnte die wohlige Wärme der bäuerlichen Idylle jetzt trügen. Wir müssen wieder zurück. Oft reicht das Erlebnis nicht mal bis zur Stadtgrenze. Wenn am Bahnhof der grundlos verspätete Zug angekündigt wird (oder auch nicht), steigt der Puls wieder an und der blöde Blumenstrauß aus Wildblumen nervt ohnehin nur noch.

Erholung mit in die neue Woche nehmen

Der Ausflug hat ein jähes Ende. Dies mag auf den ersten Blick traurig stimmen, war es doch in Wahrheit wirklich erholsam. Man nimmt schlussendlich mehr mit, als es scheint. Ähnlich einem Sonnenbrand, der erst nachts seine fiese Seite entblößt, entfaltet sich der positive Effekt in den kommenden Tagen. Beim Blick aus dem Bürofenster oder auf das neue Profilbild bei WhatsApp, stellen wir fest, wie einfach und gut dieser Ausflug doch war. Wichtig ist in diesem Moment, die Erfahrung in einer Art und Weise zu kondensieren, dass beim nächsten Rempler in der Bahn die Vorfreude auf den nächsten Ausflug größer ist, als die Knoblauchfahne des Sitznachbarn. Und genau das ist der Punkt. Übung macht auch hier den Meister. Zumindest wenn man Übung als regelmäßiges, wiederkehrendes Ereignis versteht. Die neugewonnene Energie vom Landausflug trägt einen in die neue Woche. Die Zuversicht es wieder zu erleben, darüber hinaus. Ein Tag in der Natur mildert die Begleitumstände der Stadt, die nicht ohne Grund zu unserem Wohnort auserkoren wurde.

5 Tipps für deinen Ausflug in die Natur

1 Suche dir die schnellste Verbindung mit der Bahn aufs Land.

2 Schau im Internet was von dieser Bahnstation aus zu erkunden ist.

3 Essen zum Picknick mitnehmen und ein paar Euros zum Einkehren.

4 Kamera mitnehmen, um das Handy in der Tasche zu lassen.

5 Kleinen Waldführer besorgen, um Vögel und Pflanzen zu bestimmen.


Viel Freude vor den Toren der Stadt.

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